Ahlbeck

Ahlbeck

Das Seeheilbad Ahlbeck ist als Ortsteil der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf das östlichste der drei sogenannten Kaiserbäder auf der Insel Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). Ahlbeck liegt direkt an der Grenze zu Świnoujście (Swinemünde) in Polen.  Am 1. Januar 2005 wurden die drei Ostseebadeorte Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin auf der Insel Usedom, die bisher selbständige Gemeinden waren, zur Gemeinde Dreikaiserbäder zusammengeschlossen. Seit dem 1. Januar 2006 heißt die Gemeinde Heringsdorf. Als vormals eigenständige Gemeinde hatte Ahlbeck 3.395 Einwohner (31. Dezember 2003).

Ahlbeck leitet seinen Namen von der Aal-Beeke (Aalbach, heute Beek) ab, die den Gothensee und das Thurbruch durch den später verlandeten Parchensee mit der Ostsee verband. Nahe der Mündung befand sich eine Aalkiste, die mit dem Bach in der Lubinschen Karte von 1612 enthalten ist. Um 1700 ließ der Besitzer der Güter Mellenthin und Gothen, Oberst Müller von der Lühne, an der Aal-Beeke eine Wassermühle errichten, die als Getreide- und Schneidemühle diente. Er verpachtete sie an Michael Agner,[3] einen Müller aus der Stargarder Heide. Zur gleichen Zeit ließen sich ein Fischer und ein Teerbrenner nieder. Der Mühlenstau führte zu einem ständigen hohen Wasserstand im Thurbruch, was sich ungünstig auf die Weiden der anliegenden Dörfer wie Korswandt auswirkte, da die Wiesen häufig überschwemmt wurden. Der vom preußischen König Friedrich II. mit der Melioration des Thurbruchs beauftragte Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff kaufte daher 1772 die Mühle auf und ließ sie abtragen. Der damalige Besitzer, Kriegsrat Peter Ernst von Meyenn, erhielt dafür 3700 Taler.

Foto: M. Manske

Brenckenhoff ließ bald darauf zwölf Kolonisten ansiedeln. Von diesen war vier Fischer, die Strandfischerei betrieben und den Wasserlauf der Beek freizuhalten hatten. Zusammen mit den anderen acht Büdnerstellen bildeten sie das Dorf Ahlbeck königlichen Anteils. Auf der zu Gothen gehörenden Seite nördlich der Beek befand sich Ahlbeck adligen Anteils, dass 1733 aus vier und 1779 aus fünf Fischerhäusern bestand.
Die Gemeinde wuchs; Mitte des 19. Jahrhunderts kam als Lehrer und Kantor Johann Koch nach Ahlbeck. 1852 nahm er in seinem Haus die ersten zahlenden Urlauber auf. Er gründete einen Gesangsverein sowie das „Komitee zur Erbauung eines evangelischen Gotteshauses“, das Sammlungen für den Bau einer eigenen Kirche organisierte. Die Grundsteinlegung der Ahlbecker Kirche im Juli 1894 erlebte er nicht mehr; Koch war wenige Wochen zuvor gestorben. 1908 erhielt die inzwischen gewachsene Gemeinde die Bezeichnung Seebad Ahlbeck. Nach der politischen Wende wurde ab 1991 der Ortskern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.